| Rentenreform: Erste Stellungnahme |
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| Geschrieben von: Armand Wildanger |
| Donnerstag, den 24. März 2011 um 16:21 Uhr |
Die ngl-snep ist zu allererst erstaunt darüber, dass die Gewerkschaften ogbl und lcgb mehr darüber jammern, dass Sie durch die Presse informiert werden, als sie sich mit dem Thema auseinandersetzen. Wir rufen hiermit zur gewerkschafts – und sektorübergreifenden Solidarität auf, da hier alle sozialen Schichten und wirtschaftlichen Sektoren betroffen sind. Desweiteren stört es uns, dass die Debatte losgetreten wird, ohne dass der Öffentlichkeit konkrete Zahlen vorgelegt werden. Eine offizielle Erklärung dafür, dass das Rentenwesen reformiert werden muss ist die Tatsache, dass zu viele Renten ins Ausland gezahlt werden und so steuerlich verloren gehen. Wir wagen zu hoffen, dass die geplanten Maßnahmen nicht darauf abzielen, die Grenzgänger abzustrafen, die nur eine Teilkarriere in Luxemburg haben. Da mehr und mehr junge Leute studieren, nicht zuletzt weil es der Arbeitsmarkt verlangt, kommen sie immer später in den Arbeitszyklus. Hier stellt sich die Frage der Anrechnung der Studienjahre und ganz besonders deren Abgeltung, da für diese Jahre im Allgemeinen keine Beiträge gezahlt werden. Die ngl-snep ist schockiert über die Haltung der politischen Opposition, die beim Splitting der Rentenanpassung sich lauthals über diese Regierungsmaßnahme entrüstete, sich aber jetzt in Schweigen hüllt oder schlimmer noch, die teilweise oder sogar komplette Abschaffung der Rentenanpassung befürwortet. Hier fordert die ngl-snep ganz deutlich den Erhalt der Rentenanpassung. Diese hat leider schon viel zu viel unter den Sparmaßnahmen seit 2006 gelitten. Desweiteren schätzen wir die Tatsache nicht, dass die Regierung das nötige Geld zur Rettung der Banken und zur Finanzierung des europäischen Stabilitätspaktes findet, und den eigenen Leuten abverlangt, den Riemen enger zu schnallen. Die Aussagen der Minister für Haushalt und Sozialversicherung, es handele sich um eine „Rente nach Menükarte“ und um eine „Wahl für die Arbeitnehmer“ ist eine Schande. Dies unterstreicht, wie groß die Kluft zwischen der Regierung und den Regierten ist und wie weit die Herren Politiker an der Realität der Menschen vorbeiregieren. Die Betriebe sparen sich auf Kosten der Arbeitnehmer gesund, mit Vorruheständen für die, die Glück haben, mit Mobbing und Entlassungen der Arbeitnehmer über 45 Jahre für die, die Pech haben. Welches wird das Los der Vorruhestände sein? Die ngl-snep fordert ganz klar den Erhalt des Vorruhestandes für Schichtarbeiter und hofft, dass die Regierung die wenig glanzvollen Modelle unserer europäischen Nachbarn nicht nachäffen wird, welche eine harte Linie für Kleinverdiener zum Prinzip haben, und etwa 30 Ausnahmeregelungen für Bevorzugte eingebaut haben. Eine letzte wichtige Frage: Wird die aktuell geplante Reform die Renten absichern, und wenn ja, für wie lange; oder sind wir nur dabei, eine weitere Pandorabüchse zu öffnen?
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