2011: ZAHLTAG
Das Jahr 2011 ist die Stunde der Wahrheit wo sich die Auswirkungen der sozialen Politik unserer Regierung zeigen werden. Nach dem anfänglichen Katastrophenszenario, gefolgt von der Vertagung der wichtigen Entscheidungen sowie Geschenken an Ärzte und Arbeitgeber, ist es jetzt an der Zeit, wo die Arbeitnehmer zur Ader gelassen werden.
Auf steuerlicher Ebene
Erhebung einer "Krisensteuer" von 0,8%.
Diese Steuer wird auf allen Einkommen erhoben: Löhne, Renten, Mieteinkünfte, Tantieme, etc... Die Steuer ist mit einem Freibetrag von einem Mindestlohn belegt. Beispiel: Bei einem Bruttolohn von 2500€ beläuft sich die Steuer auf (2.500 - 1.757,56) x 0,8 / 100 = 5,94€ monatlich.
Der maximale Steuersatz erhöht sich auf 39%
Dieser Satz betrifft den Teil eines Jahreseinkommens, welcher über 41.793€ in der Steuerklasse 1 liegt (83.586€ in der Steuerklasse 2).
Erhöhung der Solidaritätssteuer
Die Solidaritätsteuer wird für Personen von 2,5% auf 4% erhöht werden. Für Personen mit Jahreseinkommen über 150.000€ in der Steuerklasse 1 und über 300.000€ in der Steuerklasse 2, beläuft sich der Steuersatz auf 6%. Diese Steuer, die u.A. dazu dient, das Arbeitslosengeld zu finanzieren, wird bei der Abgabe der Steuererklärung fällig und erhoben.
Erhöhung des Maximalsatzes für Sonderabschreibungen
Um die Betriebe zu ermutigen, Investitionen zu tätigen, die dem Umweltschutz sowie Energiesparmaßnahmen zugute kommen, können diese künftig 80% statt 60% der Investitionen für Anschaffungen im genannten Sinne abschreiben. Dies bedeutet weniger Steuern für die Betriebe.
Erhöhung der Steuervergütungen bei Investitionen
Ein weiteres Steuergeschenk an die Betriebe, im Namen der Wettbewerbsfähigkeit.
Beschränkung der Steuerbefreiung bei Abgangsentschädigungen
Abgangsentschädigungen über 300.000€ sind nicht mehr steuerfrei. Dass so was existiert...!
Einführung eines einheitlichen Beitrags für die Unfallversicherung
Diese werden ausschließlich vom Arbeitgeber entgolten. Der Satz hing bis dato vom Risiko der jeweiligen Aktivität eines Betriebes ab (zwischen 0,45% und 6%). Ab sofort beträgt der Beitrag einheitlich 1,15%.
Rentenanpassung
Die Renten werden im Prinzip alle zwei Jahre um 1,9% erhöht. Dieses Prinzip fällt der sozialen Krisenpolitik unserer Regierung zum Opfer. Die Rentenanpassung wird aufgeteilt: 0,95% werden zum 1. Januar 2011 ausgezahlt, die restlichen 0,95% in einem Jahr.
Vertagung der Auszahlung der Erziehungszulage
Die "Mutterschaftsrente" wird erst mit 65 Jahren ausgezahlt anstatt wie bis dato mit 60 Jahren. Diese Rente gilt für Mütter, die sich der Erziehung ihre Kinder gewidmet haben, ohne zu arbeiten. Diese verspätete Auszahlung kostet die Betroffenen Mütter 4.500€ pro Kind. Ein früheres Wahlgeschenk, das ebenfalls der sozialen Krisenpolitik unserer Regierung zum Opfer fällt.
Erhöhung des sozialen Mindesteinkommens sowie des Mindestlohns
|
RMG |
Mindestlohn |
| 1 Erwachsener |
1.251,95€ |
1.757,56€ |
| 2 Erwachsene |
1.877,92€ |
1.757,56€ |
| + 1 Kind |
1.991,73€ |
1.757,56€ |
| + 2 Kinder |
2.105,53€ |
1.757,56€ |
Erhöhung des Wasserpreises
Nach Angaben des Innenministeriums, werden die Wasserpreise bis auf einen Betrag zwischen 6,5€ und 7€ pro Kubikmeter ansteigen. Bei einem derzeitigen Preis von 2,5€ (hängt von der Gemeinde ab), kann man davon ausgehen, dass sich der Wasserpreis zumindest verdoppelt.
Wir stellen hier die Kommunikation des Innenministers an den Pranger. Die Politik lobt uns in höchsten Tönen die europäische Union, wenn man unsere Stimmen fangen will, genauso versteckt sich aber die Politik hinter Europa, wenn sie die Verantwortung für unpopuläre Maßnahmen nicht übernehmen will.
Die Preiserhöhungen Für Wasser gehen auf eine europäische Direktive vom Jahr 2000 zurück, welche uns als "Verschmutzer" darstellt. Damit die Wähler die Verdoppelung und Verdreifachung des Wasserpreises schluckt, hat der Innenminister im Dezember 2010 schließlich erklärt, dass Herr Minister beruhigt ist, dass die Wasserpreise nicht wie befürchtet auf 15€ pro Kubikmeter ansteigen. Da dürfen wir aber jetzt ruhig schlafen! Man sollte nicht vergessen, dass es die nationalen Regierungen sind, die diese Maßnahmen mitentschieden haben. Diese sollten jetzt nicht so tun, als seien die Entscheidungen weit weg und unabhängig von unserer kleinen, heilen Welt getroffen worden. Verstecken Sie sich nicht hinter sich selbst, Her Halsdorf, Sie werden ein Problem mit Ihrem Schatten haben!
Erhöhung der Krankenkassenbeiträge um 0,1%
Bei unserem Bruttolohn von 2500€ beläuft sich diese Erhöhung auf weitere 2,5€ monatlich.
Erhöhung der Eigenbeteiligung der Patienten
Bei Arztbesuchen: Die Eigenbeteiligung steigt von 10% auf 12%.
Beim Zahnarzt: Pauschale Unkostenübernahme der CNS von 60€ pro Jahr. Über diesen Beitrag hinaus sinkt die Übernahme der CNS um 7,36% auf 88%, mit Ausnahme der Zahnprothesen.
Beim Augenoptiker: Die CNS übernimmt 30€ bei Brillenmonturen pro Jahr. Dies ist eine Senkung der Kostenübernahme um 25%.
Prost Neujahr!
|